Schmerzen beim Dreadlocks machen?
Dreadlocks und Schmerzen – Tut Dreadlocks machen weh?
„Wer schön sein will, muss leiden“ – so heißt es doch?!
Wer sich für Dreadlocks interessiert, stellt sich über kurz oder lang auch die Frage: „Tut Dreadlocks machen weh?“ Im Internet findet man die widersprüchlichsten Aussagen – von „höllischen Schmerzen“ bis hin zu „hat nur ein bisschen geziept“ kann man so ziemlich alles lesen. Was stimmt denn nun? Hat man generell Schmerzen beim Dreadden, sind Schmerzen gar ein Zeichen für gut gemachte Dreads?
Nein. Dreadlocks machen kann schmerzen, muss aber nicht. Tatsächlich ist es so, dass jeder Mensch Schmerz anders empfindet. Je nachdem, wie empfindlich deine Kopfhaut ist, und wie leicht du Schmerz empfindest, wird das Dreadden nur ein wenig ziepen oder (im schlechteren Falle) weh tun. Schmerzen sind subjektiv und es gibt viele Faktoren, von denen das jeweilige Schmerzempfinden abhängt. Hierzu gehören unter anderem der bisher erlernte Umgang mit Schmerz und das momentane Wohlbefinden. Wenn man also angespannt ist und Schmerzen befürchtet, wird man das Dreadden auch eher als schmerzhaft empfinden, weil das Ziehen an der Kopfhaut intensiver empfunden wird. Hinzu kommt, wie vorsichtig dein Dreadder ist. Natürlich schmerzt es, wenn der Kamm beim Backcomben abrutscht und die Zinken über deine Kopfhaut streifen – aber sowas lässt sich ja mit etwas Umsicht vermeiden.

Fakt ist – Dreadlocks machen geht nicht ohne Ziehen an der Kopfhaut, sofern man sie sorgfältig macht. Insbesondere der Bereich der Schläfen gilt als besonders schmerzempfindlich, da hier besonders viele Nerven zusammenlaufen und meist nur wenige Haare auf großem Raum sind. Die Haare werden sowohl bei der Strähnchenmethode als auch beim Backcombing gestrafft und es entsteht Zug auf die Kopfhaut. Diese wird dadurch gereizt und das kann dann auf Dauer zu Schmerzen führen. Oft wird das aber auch nur als leichtes Ziepen empfunden. Es lässt sich also nicht verallgemeinern, welche Dread-Methode am schmerzhaftesten ist.
Zumindest wir in der DreadFactory haben Techniken entwickelt, um mögliche Schmerzen zu gering wie möglich zu halten. Dabei sind manche sogar so entspannt, dass sie gemütlich einschlafen können. ^^
Womöglich tut es aber auch erst weh, wenn die Dreads fertig sind. Da die Dreadlockz bis auf den Ansatz runter gefilzt werden sollten, ist das Schlafen in der ersten Zeit sicherlich ungewohnt und zuweilen auch schmerzhaft, da deine Kopfhaut sich erst auf den ungewohnten Zug einstellen muss. Normalerweise sollte sich das aber nach ein paar Tagen gelegt haben. Bei vielen ist es aber auch genau umgekehrt: Genau so viele unserer Kunden berichten uns davon, dass ihre Dreads wie ein zweites Kopfkissen sind und sich alles angenehm und super flauschig anfühlt.
Man kann also nicht genau bestimmten, ob und wie schmerzhaft das Dreadlocks-Machen ist. Aussagen wie „du wirst vor Schmerz sterben“ und Empfehlungen, sich vor dem Dreads-Termin durch obskure Mittelchen zu betäuben, sind jedoch völlig haltlos und nicht tragbar. Sie verbreiten Angst, statt zu beruhigen, und Angst sollte niemand vorm Dreadden haben! Entspannt euch und lasst euch vorher von eurem Dread-Stylisten informieren.
(Text: Melanie Henning)
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