Die Entstehung der Dreadlocks

 

Dreadlocks Rastafari Dreads

Rastafari mit Dreadlocks (Foto: Jonathan tephens)

Die ersten Dreadlocks

Die allerersten Dreadlocks werden nicht historisch dokumentiert worden sein. Dafür liegen diese Ur-Dreads viel zu weit zurück. Doch man kann davon ausgehen, das prähistorische Humanoide lange Zeit nicht über Kämme verfügten, oder zumindest das Kämmen ihrer Haare etwas weiter unten auf der Prioritäsliste stehen hatten. Wurde das Haar länger, fing es wahrscheinlich oft nach einer gewissen Zeit abhängig von der Beschaffenheit der Haare an zu filzen. Man könnte somit sogar vermuten, dass Dreadlocks eine der ur-eigensten Frisuren der Menschheit darstellen.

 

Dreadlocks in der Religion

Die ersten geschichtlich relevanten Aufzeichnungen zu Dreadlocks stehen meist in Verbindung mit Spiritualität und Religion. Ob in Erzählungen, oder direkt den religiösen Schriften entnommen, überall auf der Welt finden sich weit zurück reichende Quellen, in denen Dreadlocks eine wichtige religiöse Rolle spielten.

Dreadlocks bei den Azteken

Für die Azteken in Mittel-Amerika  waren Dreadlocks ein klares Standes-Symbol. Wer sich der Priesterschaft anschloss, dem wurden die Haare abgetrennt. Von diesem Zeitpunkt an wurden die Haare nicht mehr geschnitten. Traditionell wurden die Haare ebenso wie der restliche Körper mit Ruß eingeschmiert. Es galt, je länger und schimmeliger die Dreads, desto mächtiger der Priester. Viel ein Priester in Ungnade, wurden ihm als Zeichen der öffentlichen Entweihung die Dreadlocks abgeschnitten.

Dreadlocks bei den Ägyptern

Eines der ältesten Beispiele liefert uns der Ägyptische Pharao Tutanchamun. Angeblich soll der altägyptische König zu Lebzeiten Dreadlocks getragen haben. Die Mumie des mit bereits 18 Jahren jung verstorbene Herrschers Ägyptens weist noch heute erhaltene Dreadlocks auf. Auch zahlreiche Abbildungen geben wieder, wie die Dreadlocks des Pharaos aufwendig aufbereitet wurden.

Dreadlocks im Hinduismus

Auch im Hinduismus sind Dreadlocks tief in der Tradition verankert. Abbilder der Gottheit Shiva zeigen ihr Haupt stehts mit Dreadlocks verziert. Die Sadhus – die “heiligen Männer”- sind bekannt für ihre Dreadlocks.

Dreadlocks in der Bibel

In der Bibel gibt es zahlreiche Verweise zu Dreads. Im 4. Buch Mose (6:5) heißt es beispielsweise:

“Solange die Zeit solches seines Gelübdes währt, soll kein Schermesser über sein Haupt fahren, bis das die Zeit aus sei, die er dem HERRN gelobt hat; denn er ist heilig und soll das Haar auf seinem Haupt lassen frei wachsen.”

Auch zahlreiche weitere relevante Figuren wie Samson(Richter, 16:13) und Johannes der Täufer stehen in Verbindung mit Dreadlocks.

Rastafari

Für die Rastafari sind Dreadlocks noch heute ein wichtiges religiöses Statussymbol. Sie berufen sich auf die zahlreichen Erwähnungen der Dreadlocks in der Bibel.

Dreadlocks in der Weltgeschichte

Auch jenseits der Religion lassen sich jede Menge Quellen zu Dreadlocks finden. So sagte Julius Cäsar beispielsweise über die Germanen sie hätten “Haare wie Schlangen” gehabt.

Im europäischen Adel gab es eine eher unfreiwillige Form von Dreadlocks. Der König von Dänemark und Norwegen Christian IV. bildete einen sogenannten Weichselzopf aus, ein versehentliches Zusammenfilzen der Haare, worauf hin die Hofbelegschaft ihrerm Herrscher nacheiferten und vermutlich um ihm zu schmeicheln ebenfalls einen solchen Zopf ausbildeten.

Man sieht also, auch wenn die Rastatfari unbestreitbar viel dazu beigetragen haben Dreadlocks populär zu machen, liegt der Ursprung der Dreadlocks viel tiefer.